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Wilhelm Teetz

Wilhelm Teetz, politisch Verfolgter
Auf dem Damm 140

 

Der Kommunismus ist eine politische Idee. Dieser Idee liegt zugrunde, dass niemand über
privates Eigentum verfügen soll. Das Eigentum gehört der Gemeinschaft. Es gibt keine
Klassenunterschiede und kein Ausbeutungsverhältnis zwischen Arbeitern und
Firmenbesitzern.
1919 wurde die Kommunistische-Partei-Deutschlands (KPD) gegründet. Sie verfolgte das
Ziel, dass die Arbeiter herrschen. Duisburg war eine Arbeiterstadt. Hier fand die Partei,
besonders während der Weltwirtschaftskrise, immer mehr Anhänger. Der politische Grundgedanke der KPD stimmte nicht mit den Grundgedanken Hitlers überein. Aus diesem Grund wurden die Anhänger der KPD automatisch als politische Gegner eingestuft.

 

Menschen wurden in der NS-Zeit verfolgt, wenn sie eine andere politische Meinung hatten als Hitler.

 

Obwohl Hitler geplant hatte, die KPD zu zerschlagen, fehlte ihm bisher die Rechtfertigung vor der Bevölkerung. Am 27.02.1933 brannte der Reichstag. Ein Mann namens Marinus van der Lubbe wurde festgenommen. Er gab zu, den Reichstag angezündet zu haben, um die deutsche Arbeiterschaft zum Widerstand gegen das NS-Regime aufzurufen.
Bis heute ist ungeklärt, ob Marinus van der Lubbe tatsächlich der Täter war, denn Verhöre
waren durch Folter, Misshandlungen und Drohungen geprägt. Es ist durchaus möglich, dass
der Brand von Anhängern der NSDAP gelegt wurde. Für Hitler war der Reichstagsbrand ein willkommener Vorwand, um Kommunisten zu verfolgen.
Schon einen Tag später, am 28.02.1933, wurde vom Kabinett die „Verordnung zum Schutz
von Volk und Staat“ verabschiedet. Das Gesetz beschränkte die persönliche Freiheit, das Recht der freien Meinungsäußerung, die Pressefreiheit, das Vereins- und Versammlungsrecht, das Postgeheimnis, das Fernsprechgeheimnis, erlaubte Hausdurchsuchungen, erlaubte Beschlagnahmung von Gegenständen und regelte Beschränkungen von persönlichem Eigentum.Mit dieser Verordnung wurden wesentliche Grundrechte aller Menschen außer Kraft gesetzt. Wohnungen wurden durchsucht. Anhänger der KPD und andere Regimegegner wurden vor den Augen der Familie in improvisierte Konzentrationslager verschleppt.
Nach Schätzungen wurden 1933 über 3,4 Millionen Anhänger der KPD inhaftiert und 2.000
Menschen ermordet. Zeigten Angehörige den Mord an, wurde ihnen mitgeteilt, dass ein
Täter nicht ermittelt werden konnte.

Wilhelm Teetz wurde am 7.01.1908 geboren. Er lebte in Duisburg und war Kommunist.

 

Am 28.02.1933 wurde Wilhelm Teetz auf offener Straße erschossen.
Ein Täter wurde nicht ermittelt.

 

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