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Julius Philipson

Julius Philipson, Jude
Familie Grünebaum
Von-der-Mark-Str. 80

 

Ab 1941 wurden Juden nach Riga deportiert. Die Menschen wurden in ein behelfsmäßiges Konzentrationslager verschleppt. Dieses Konzentrationslager unterschied sich von den Konzentrationslagern, die zur Massenvernichtung erbaut wurden. Hier durften Familien zunächst zusammen bleiben, die Menschen hatten keine eintätowierten Nummern, es gab keine Häftlinge, die andere Häftlinge überwachten. Bei diesem Konzentrationslager handelte es sich um einen alten Gutshof mit Scheunen und Viehställen. Die Gebäude waren in einem sehr schlechten Zustand und konnten nicht geheizt werden. Regelmäßig wurden Menschen ausgewählt, die in den Augen der Nazis zu schwach, zu krank oder zu alt waren.

 

Schwache, alte oder kranke Menschen wurden erschossen oder in Gaswagen vergast.

 

Die Familie Grünebaum besaß ein Textilgeschäft in Duisburg Meiderich. Die kleine Familie bestand aus Emilie, Hilde, Luise und Josef Grünebaum. 1934 heiratete Julius Philipson die Tochter von Josef Grünebaum, Luise. Julius Philpson trat der Firma am 1.01.1935 bei und wurde vollwertiger Teilhaber des Geschäftes.
Das Unternehmen lief gut. Er verdiente im Monat 1.000 RM bis 1.400 RM, dies entspricht etwa einem heutigen Einkommen von etwa 6.000 Euro.
Die Familie genoss daher einen gewissen Wohlstand. In der Reichskristallnacht am 09./10.11.1938 wurden die Schaufenster des Geschäftes und die Inneneinrichtung zertrümmert und zerstört.
Julius Philipson wohnte über dem Geschäft. In dieser Nacht wurde auch seine Wohnung zerstört. Er flüchtete im Schlafanzug vor den Nazis.
Einen Monat später, am 10.12.1938, stellte das Unternehmen seine Tätigkeit ein. Julius Philipson musste in ein Judenhaus ziehen. Dieses Judenhaus befand sich auf der Baustraße in Meiderich. Dort lebte er zusammen mit anderen Juden aus Meiderich, bis er 1942 nach Riga deportiert wurde.


Julius Philipson wurde am 25.03.1899 geboren.
Er wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges, am 8.05.1945, als verstorben erklärt. Wann er wirklich in Riga verstorben ist, ist bis heute unklar.
Von der Familie Grünebaum hat niemand den Zweiten Weltkrieg überlebt.

 

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