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Adolf Spitzer

Adolf Spitzer, Jude
Unter den Ulmen 33

 

Nach den Nürnberger Gesetzen vom 15.09.1935 wurde die Bevölkerung in „nichtarische Staatsangehörige“ und „arische Reichsbürger“ unterteilt. Als „nichtarische Staatsangehörige“ galten Juden.
In der 1. Verordnung zum Reichsbürgergesetz wurde im November 1935 der Begriff „Jude“ genauer definiert. Die Menschen wurden in „Volljuden“, „Halbjuden“ und „Vierteljuden“ unterteilt.


Die Einstufung der Menschen in diese Kategorien hatte einschneidende Folgen.


Beispielsweise durften „Volljuden“ nicht mehr als Rechtsanwälte oder Ärzte arbeiten.
So genannte „Volljuden“ wurden nach und nach aus dem öffentlichen Leben gedrängt. „Vierteljuden“ hatten zunächst nur wenig zu fürchten und „durften“ auch in der Wehrmacht dienen.
Adolf Spitzer wurde von den Nazis als „Volljude“ bezeichnet. Er wurde am 1.03.1882 in Nikolsburg geboren. Später heiratete er Anna. Anna war keine Jüdin. Aufgrund seiner Ehe mit einer Nichtjüdin blieben Adolf Spitzer einige Repressalien durch die Nazis eine Zeit lang erspart. Gemeinsam hatten sie eine Tochter, Charlotte. Charlotte flüchtete später vor den Nazis, verlor aber in Folge eines Bombenangriffs ihr Leben.
Die Familie hatte es finanziell nicht leicht. Adolf Spitzer arbeitete als Vertreter. Er konnte in einem Monat nur mit einem Gehalt von etwa 80 RM rechnen.
Trotzdem musste Adolf Spitzer 1937 seine Arbeit aufgeben, da er von den Nazis zu Tiefbauarbeiten zwangsverpflichtet wurde. Diese schwere körperliche Arbeit verrichtete er, bis er am 17.02.1943 auf der Junkerstraße von SA-Leuten zusammengeschlagen wurde. Er erlitt tödliche Kopfverletzungen.


Nach sieben Jahren Zwangsarbeit starb Adolf Spitzer an den Folgen der Misshandlungen durch SA-Leute auf offener Straße.

 

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